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Axel Berg
 Dr. Axel Berg
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Ampelkennzeichnung – Verbraucher stärken

Die Ampelkennzeichnung ist ein wichtiges Thema für Verbraucher. Eine farbliche Kennzeichnung erleichtert die Entscheidungen für die Kunden. Ich bin ein klarer Befürworter der Ampelkennzeichnung, genau wie meine Partei.

Die Arbeitsgruppe für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der SPD hat eine Position für die Nährwertkennzeichnung eingenommen, nach dem Vorbild der Ampelkennzeichnung in Großbritannien. Auch andere mit dem Thema befasste Arbeitsgruppen der SPD haben sich für diese Kennzeichnung ausgesprochen.
Dass noch keine vernünftigen Gesetze vorliegen, liegt an dem Widerstand der Union. Sowohl die CDU/CSU Fraktion als auch das zuständige Verbraucherschutzministerium von Herrn Seehofer wehren sich noch gegen eine Ampelkennzeichnung. Wir sind aber zur Zeit guter Hoffnung, dass wir den Koalitionspartner umstimmen können, sich zu einer Ampelkennzeichnung zu bekennen. Wir brauchen eine leicht verständliche, vernünftige Kennzeichnung, die es Verbrauchern ermöglicht sich einen schnellen Überblick über die Nährwerte von Lebensmitteln zu verschaffen.

Nährwertkennzeichnung

Übergewicht wird auch in Deutschland zu einem immer größeren Problem. Zu dessen Bekämpfung müssen Ernährung und Bewegung beeinflusst werden. Eine ausgewogene Ernährung können sich die Verbraucherinnen und Verbraucher nur zusammenstellen, wenn ihnen auch der Nährwert der Produkte bekannt ist. Viele Lebensmittel sind heute so stark verarbeitet oder aus so zahlreichen Komponenten zusammengesetzt, dass auch informierte Verbraucher den Nährwert nicht richtig einschätzen können. Der Kaloriengehalt, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz und Ballaststoffe sollen deshalb auf dem Produkt angegeben werden.

Die Angabe nützt den Verbraucherinnen und Verbrauchern nur, wenn sie gut erkennbar, unmittelbar und leicht verständlich auf der Vorderseite der Verpackung ist. In wenigen Minuten Einkauf kann und will niemand die Lupe zücken, suchen, umrechnen und dann entscheiden. Die Angaben müssen Vergleichbarkeit herstellen. Nur wenn alle Produkte gekennzeichnet sind - also verpflichtend und auf dieselbe Weise mit denselben Bezugsgrößen - ist auf einen Blick zu erkennen, welche Pizza die fettärmere, welches Müsli das weniger gezuckerte und welche Chips die salzärmeren sind. Denn wer Lust auf Pizza hat, wird nicht Möhren kaufen, kann mit einer guten Kennzeichnung aber trotzdem eine gesündere Alternative wählen. Die Nährwertkennzeichnung muss auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und sich auf 100ml/100g beziehen, denn portionsbezogene Angaben sind häufig irreführend. All dies gewährleistet aus unserer Sicht die modifizierte Ampelkennzeichnung.

Ampel

Das multicolour trafficlight labelling = Ampelkennzeichnung ist von der britischen Lebensmittelbehörde (Food Standard Agency, FSA) auf freiwilliger Basis eingeführt worden. Hier werden Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz gekennzeichnet. Die FSA legt nach wissenschaftlichen Kriterien fest, wann ein Lebensmittel einen hohen, mittleren oder niedrigen Gehalt der angegebenen Stoffe hat. Mit den Ampelfarben wird signalisiert, ob ein Lebensmittel häufig (grün), nicht so häufig (gelb) oder besser nur selten (rot) gegessen werden sollte. Es wird der prozentuale Anteil des Nährstoffs an 100g dieses Lebensmittels angegeben. Die Ampel unterscheidet also nicht zwischen „guten und schlechten“ oder „gesunden und ungesunden“ Lebensmitteln, sondern spricht Empfehlungen für die Verzehrmengen aus.

Die Ampelkennzeichnung wurde mit einer Informationskampagne eingeführt, die die Verbraucher über die Bedeutung der Ampel aufgeklärt und darauf hingewiesen hat, wie eine ausgewogene Ernährung aussieht und dass diese nicht mit dem Verzehr allein „grüner“ Lebensmittel erreicht werden kann.

Die Begleitforschung zeigt, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Ampelkennzeichnung richtig verstehen und oft für die gesündere Wahl nutzen. Das gilt auch für Kinder. Da es zu Umsatzverlagerungen z.B. von besonders fetten = roten Pizzen zu weniger fetten = gelben oder grünen Pizzen kam, haben einige Hersteller die Rezeptur ihrer Produkte geändert, sodass sie mehr gelbe und grüne Kennzeichen bekommen. Das nützt sogar den Konsumenten, die auf keine Kennzeichnung achten.

Die FSA erwägt jetzt, die Ampelkennzeichnung verpflichtend zu machen, weil einige Hersteller ihre eigene freiwillige Kennzeichnung zur Irreführung und zum Schönrechnen missbrauchen.

„Empfohlene Tageszufuhr“ = guided daily amount = GDA

Die Lebensmittelindustrie favorisiert eine freiwillige Kennzeichnung, die sie selbst auf europäischer Ebene entwickelt hat und z.T. auch schon anwendet (z.B. Coca Cola, Danone). Die Nährwertangaben werden in Tabellenform i.d.R. auf der Packungsrückseite gemacht. Angegeben wird der Prozentsatz z.B. an Fett der empfohlenen Tageszufuhr, der in einer Portion enthalten ist.
Dabei gibt es mehrere Probleme: Der Bezug sind immer 2000 kcal Tageszufuhr. Das ist aber nur für eine Frau bis 25 ohne Erkrankungen richtig. Für Kinder und ältere Menschen zuviel, für viele Männer zuwenig. Jede/r müsste also selbst wissen, welchen Nährwertbedarf er hat, und umrechnen. Die Portionsgrößen sind von der Industrie festgelegt und haben mit der Realität nichts zu tun. 1 Portion Cola ist nicht etwa die ganze 0,5l-Flasche, sondern ein Glas zu 250 ml. 1 Portion Pizza ist die Hälfte einer Tiefkühlpizza. Wer das nicht sieht, isst oder trinkt doppelt so viele Kalorien wie gedacht. Die empfohlenen Mengen sind nicht wissenschaftlich fundiert, sondern Empfehlungen der Industrie, die sich z.B. beim Zucker ganz erheblich von der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) unterscheiden. Die DGE hat deshalb die GDA in einem wissenschaftlichen Gutachten abgelehnt.

Keine Nährwertkennzeichnung für sich genommen führt zu ausgewogener Ernährung in der breiten Bevölkerung. Übergewicht kann nachhaltig nur bekämpft werden mit Ernährungsbildung, Ernährungsaufklärung und der Förderung von Bewegung in der Kita, der Schule und im sonstigen Alltag. Diese Politikfelder sind Ländersache. Da können wir von der Bundesebene nur appellieren, allenfalls Modellprojekte fördern. Die Nährwertkennzeichnung liegt in unserer Zuständigkeit. Mit der Ampelkennzeichnung schaffen wir die Transparenz, die die Verbraucherinnen und Verbraucher bei einer ausgewogenen Ernährung unterstützt. Wir sollten die Chance nutzen, etwas zu tun, was den Menschen den Alltag erleichtert.

Übrigens:

Wir befinden uns in guter Gesellschaft: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Foodwatch und der AOK-Bundesverband sind für die Ampel. Und die DGE hält die Ampel für die derzeit beste Nährwertkennzeichnung.

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln würde einem guten Beispiel folgen. Haushaltsgeräte werden schon seit längerem mit roten, gelben und grünen Labeln ausgestattet und diese Kennzeichnung funktioniert sehr gut. Energiefresser werden kaum noch angeboten, weil sie von den Kunden nicht mehr nachgefragt werden. Durch den Druck der Konsumenten werden Nahrungsmittelhersteller gezwungen, gesündere Lebensmittel herzustellen.

Wenn auch Sie, so wie ich, der Meinung sind, dass die Ampelkennzeichnung kommen soll, schreiben Sie einen Brief an die Kollegen der CDU/CSU und auch an das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Je mehr Schreiben kommen, desto größer ist bei der Union vielleicht die Chance auf eine Einsicht.
 
Ihr Dr. Axel Berg
 

 
Dr. Axel Berg
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