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Dr. Axel Berg - Beratung Energie Rechtsanwalt & Politologe München - Atomenergie
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Axel Berg
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Rechtsanwalt & Politologe
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Energiepolitik - Atomenergie

Die Atomlobby versucht seit Jahren mit einer umfangreichen PR-Kampagne Einfluss auf Politiker und Öffentlichkeit zu nehmen. Ziel der Betreiber ist es, die Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke (AKW) zu verlängern. Sie wollen den von ihnen unterzeichneten Atomausstiegsvertrag brechen und damit zusätzliche Milliardengewinne einstreichen. Gewinne, die beim Kunden nicht ankommen. Die Kampagne soll davon ablenken, dass die Atomenergie eine veraltete und gefährliche Form der Energiegewinnung ist. Doch was ist wirklich dran, an den propagierten Argumenten der Atomindustrie? Im Folgenden werden den Behauptungen die Fakten gegenübergestellt.


Eine Entgegnung auf die Behauptungen der Atomlobby
 

Die Atomlobby behauptet: Atomenergie schützt das Klima!

Fakt ist:

  • Die Wertschöpfungskette von Atomenergie ist nicht klimafreundlich: Der Bau sowie der Rückbau von AKW, Wiederaufbereitungsanlagen und Endlagerstätten, die Erschließung, der Abbau, Transport und Veredelungsprozess von Uran sowie die Brennstäbeaufbereitung verursachen erhebliche Mengen klimaschädlicher Gase.
  • Eine aktuelle Studie des Ökoinstituts zeigt, dass die Klimabilanz bei einem Erdgas- Blockheizkraftwerk ähnlich gut ist wie bei einem AKW. Dabei umfasst die Studie bspw. nicht einmal die durch die Endlagerung verursachten Emissionen.
  • Atomkraft ersetzt kein Öl. Mit ihr lassen sich weder Häuser beheizen noch Autos bewegen.
  • Da bei Atomkraftwerken die Abwärme ungenutzt bleibt, ist der Wirkungsgrad mit ca. 35% sehr viel geringer als bei Kraftwerken mit Kraft-Wärme- Kopplung (ca. 90%). Die benötigte Wärme im Bereich Heizung und Warmwasser muss anderweitig erzeugt werden, was in der Regel mit zusätzlichen Kohlendioxidemissionen verbunden ist.
  • Atomkraftwerke decken weltweit einen Anteil von ca. 3% des Gesamtenergieverbrauchs und können somit keinen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Deckung von nur 12% des weltweiten Energieverbrauchs würde den Bau von etwa 1500 AKW erfordern. Dieser Ausbau wäre zu teuer, würde sehr lange dauern und die begrenzten Uranvorräte zu schnell aufbrauchen.
  • Die zentralistische Struktur der Atomenergie verhindert den Umbau der Energieversorgungsstruktur hin zu klimafreundlichen, dezentralen Einheiten und mehr Erneuerbaren Energien. Heute getroffene falsche Investitionsentscheidungen binden langfristig Kapital, das dann für Investitionen in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz fehlt.
  • Mehrere neue Studien, bspw. des Umweltbundesamtes, belegen, dass bis zum Jahr 2020 sowohl der Atomausstieg als auch eine Reduzierung des CO2-Ausstosses um 40% realisierbar sind.

 


Die Atomlobby behauptet: Atomenergie reduziert die Importabhängigkeit!

Fakt ist:

  • Deutschland ist zu 100% abhängig von Uranimporten.
  • Die Erneuerbaren Energien sind die einzigen Energieträger, bei denen Deutschland vollständig unabhängig von Importen ist und die gleichzeitig den Klimaschutz sichern.

 


Die Atomlobby behauptet: Ohne Atomenergie keine Versorgungssicherheit!

Fakt ist:

  • Bei Wassermangel, zu hoher Wassertemperatur in den Flüssen oder bei Überschwemmungen müssen Atomkraftwerke ihre Leistung drosseln oder ganz abgeschaltet werden. Dann müssen sehr schnell große Produktionskapazitäten ersetzt werden. Gleiches gilt bei den sich häufenden Abschaltungen durch Sicherheitsmängel oder Störfälle.
  • Im Juli 2007 speisten zeitgleich sechs deutsche Atomkraftwerke keinen Strom ins Netz ein. Dennoch war die Versorgungssicherheit zu jeder Zeit gewährleistet. Deutschland konnte 2007 sogar 14 Mrd. Kilowattstunden Strom exportieren.
  • Uran ist ein seltener Rohstoff, dessen Reichweite ebenso begrenzt ist wie die von Öl. Seit dem Jahr 2000 ist der Weltmarktpreis von Uran auf das 20-fache gestiegen. Die Erneuerbaren Energien sind dagegen unerschöpflich. Deren heute technisch nutzbares Potenzial übertrifft den derzeitigen weltweiten Energiebedarf um ein Vielfaches.
  • Bereits 2007 wurde das Ziel der Bundesregierung, 2010 12,5% des deutschen Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien zu decken, mit einem Anteil von 14,5% übertroffen.
  • Es ist möglich, eine bedarfsgerechte Stromversorgung durch eine Kombination verschiedener erneuerbarer Energieträger mit Speichertechnologien, einem verbesserten Nachfragemanagement und einer gesteigerten Energieeffizienz sicherzustellen.

 


Die Atomlobby behauptet: Atomstrom ist sehr günstig!

Fakt ist:

  • Atomstrom ist für die Betreiber günstig, weil die AKW abgeschrieben sind und der Steuerzahler die Atomenergie mit (je nach Schätzung) 45 bis 80 Mrd. € subventioniert hat. Die günstigen Bereitstellungskosten für Atomstrom wirken faktisch nicht preisdämpfend, sondern erhöhen lediglich die Gewinne (über 100 Mio. € pro AKW und Jahr) der vier großen Energieversorgungsunternehmen.
  • Die Bürger profitieren nicht vom „günstigen“ Atomstrom: In Baden-Württemberg, dem Bundesland mit dem höchsten Atomstromanteil, ist der Strompreis nicht niedriger als in anderen Regionen Deutschlands. Obwohl Deutschlands größter AKW-Betreiber e.on 2007 einen Überschuss von 5,1 Mrd. € erzielt hat, erhöhte das Unternehmen die Strompreise zum 1. Januar 2008 um bis zu 10%.
  • Die AKW-Betreiber profitieren von der Nichtbesteuerung der Kernbrennstoffe sowie von der gesetzlich festgelegten niedrigen Haftung pro Schadensfall von 2,5 Mrd. €. Eine alle Risiken abdeckende Haftpflichtversicherung wäre am Versicherungsmarkt überhaupt nicht zu bekommen und würde auch zur Unwirtschaftlichkeit kommerzieller AKW führen.
  • Die vom AKW-Betreiber beliebig verwendbaren steuerfreien Rückstellungen in Höhe von mittlerweile rund 30 Mrd. € stellen ein jahrzehntelanges zinsloses Darlehen für die AKW-Betreiber dar. Damit verstärkt sich der Konzentrationsprozess in der Stromwirtschaft, welcher auch ein Grund für die enormen Strompreissteigerungen ist.
  • Die öffentliche Hand bleibt auf einem großen Teil der nicht abschätzbaren Folgekosten der Atomenergie sitzen: Kosten für gescheiterte Projekte, Castortransporte, Endlagerforschung, Atomaufsicht, Hinterlassenschaften der DDR, Deckung der Restrisiken.

 


Die Atomlobby behauptet: Deutsche Atomkraftwerke sind sicher!

Fakt ist:

  • Die Sicherheit von alten AKW ist allein aus Gründen der Baukonstruktion und der veralteten Technik stark begrenzt. Dazu kommen die Abnutzungserscheinungen.
  • Die Reaktoren wurden für eine Laufzeit von 25 nicht von 40 oder 60 Jahren konzipiert. Die Sicherheit des Anlagenbetriebs nimmt mit längerer Laufzeit ab. Mit den zunehmenden Reparaturen und Nachrüstungen steigen auch die Ausfallzeiten, das heißt die Versorgungssicherheit sinkt.
  • Studien belegen, dass das Risiko eines Reaktorunfalls ab einer Betriebsdauer von 20 Jahren deutlich steigt. Dies ist u. a. auf Korrosion und Materialermüdung zurückzuführen.
  • Die Betreiber verzögern Sicherheitsuntersuchungen um sicherheitstechnische Nachrüstungen aufzuschieben. Wirtschaftlicher Gewinn der Unternehmen geht also vor Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung.
  • Die Betreiber verhindern den Zugang unabhängiger Gutachter, obwohl ihre AKW angeblich so sicher sind.
  • Die Vorfälle in Brunsbüttel und Krümmel haben gezeigt, dass deutsche AKW keinesfalls unfallfrei und zuverlässig laufen.
  • Die epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko für 0-4jährige Kinder an Leukämie zu erkranken zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerksstandort liegt.
  • Auch in anderen westlichen Ländern, in denen behauptet wird, man habe die sicherste Technologie der Welt, und deren Atomkraftwerke mit den deutschen vergleichbar sind, treten erhebliche Störfälle auf. Bsp.: Großbritannien (2007 lief zeitweise nur ein AKW einwandfrei) und Schweden (ernster Störfall 2007 in Forsmark).
  • Durch die gestiegene Terrorgefahr hat sich die Wahrscheinlichkeit eines gezielten Flugzeugabsturzes auf ein AKW deutlich erhöht. Eine Studie der Gesellschaft für Anlagen und Reaktorsicherheit (GRS) kommt zu dem Ergebnis, dass keines der deutschen AKW hundertprozentigen Schutz vor Terrorangriffen bietet.

 


Die Atomlobby behauptet: Die Endlagerfrage kann leicht gelöst werden!

Fakt ist:

  • Die Endlagerfrage ist bisher weltweit ungelöst.
  • Endlagerung wird niemals völlig sicher sein. Das zeigen massive Probleme im ehemaligen DDR-Atommüllendlager Morsleben und im Endlager-Forschungsbergwerk Asse II.
  • Hochradioaktive Abfälle müssen für mehr als eine Mio. Jahre sicher von der Biosphäre abgeschirmt werden. Für einen so langen Zeitraum zu planen, ist allerdings unmöglich. Kein Mensch kann vorhersehen, was in den nächsten 10.000 Jahren passieren wird.
  • Eine Laufzeitverlängerung um zehn Jahre würde bis zu 3.500 Tonnen hochradioaktiven Abfall zusätzlich bedeuten.
  • Es muss eine ergebnisoffene und auf international anerkannten Auswahl- und Sicherheitskriterien basierende Endlagersuche geben, um zumindest den „sichersten“ Standort zu finden. Dies ist gängige Praxis in anderen Ländern und wird von der CDU/CSU im Interesse der deutschen Grenzregion auch von der Schweiz eingefordert.

 


Die Atomlobby behauptet: Atomenergie-Renaissance – Deutschland isoliert sich!

Fakt ist:

  • In den letzten zwei Jahrzehnten sind deutlich mehr Atomkraftwerke vom Netz gegangen als neue hinzugekommen. Auch in den nächsten Jahren werden mehr Kraftwerke abgeschaltet, als neue gebaut.
  • Insgesamt produzieren vergleichsweise wenige Länder Atomstrom, wogegen es einen weltweiten Boom bei den Erneuerbaren Energien gibt, bei denen Deutschland Weltmarktführer ist.
  • Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat sich zum Exportschlager entwickelt. Mittlerweile gibt es mehr Staaten mit einem solchen oder ähnlichen Förderinstrument als Staaten mit Atomkraftwerken.
  • Bis zum Jahr 2030 erwartet selbst die „atomfreundliche“ Internationale Energieagentur (IEA) eine Verminderung des Anteils des Atomstroms an der gesamten (wachsenden) Stromerzeugung.

 


Die Atomlobby behauptet: Atomenergie sichert Arbeitsplätze!

Fakt ist:

  • In der Atomindustrie sind nach Betreiberangaben direkt und indirekt 38.000 Menschen beschäftigt (Tendenz fallend), im Wirtschaftsbereich Erneuerbare Energien dagegen 250.000. Zwischen 2004 und 2006 wuchs hier die Zahl der Beschäftigten um fast 50%.
  • Außerhalb Deutschlands produzieren nur vier AKW vom einzigen deutschen Reaktorbauer Siemens Strom. Der aktuelle Bau des Atomkraftwerks in Finnland ist der erste Auftrag für Siemens seit 1982. Dieser bringt dem Konzern mindestens 500 Mio. € Verluste und führte bereits zu einer Wertminderung der Aktien.
  • Das Abschalten der AKW bedeutet nicht den sofortigen Arbeitsplatzverlust, da die Belegschaften in der Regel noch mehrere Jahre mit der Stilllegung und dem Abriss beschäftigt sind.

 


Die Atomlobby behauptet: Eine rein friedliche Nutzung der Atomenergie ist möglich!

Fakt ist:

  • Die so genannte friedliche Nutzung der Atomenergie schafft eine für militärische Zwecke nutzbare Infrastruktur (z. B. Indien, Pakistan, Nordkorea, Iran). Es ist kaum zu beurteilen, welcher Staat langfristig verantwortlich mit der Hochrisikotechnologie umgeht. Man kann anderen Staaten die Atomenergienutzung kaum verbieten, wenn man sie selbst vorantreibt.
  • Mit einem Ausbau der Atomenergie steigt durch die Menge an kursierendem nuklearem Material auch das Missbrauchsrisiko.
  • Allein für 2005 sind 103 Fälle von illegalem Handel mit atomarem Material dokumentiert.

 


Übrigens: Selbst die Union bezeichnet die Atomenergie als „Übergangstechnologie“. Wer aber an Auslaufmodellen festhält, verhindert wichtige Investitionen in den Ausbau Erneuerbarer Energien. Außerdem sinkt der Druck Energie einzusparen und effizienter einzusetzen.

Atomenergie ist von gestern, die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien.
 

Weitere Argumente zur Atomenergie finden Sie im nachfolgenden Download-Bereich.

Informationen zum Download

Argumente zur Atomenergie I - Atom und Klima | 14.08.2009

Argumente zur Atomenergie II - Endlager | 14.08.2009

Argumente zur Atomenergie III - Versorgungssicherheit | 14.08.2009

Argumente zur Atomenergie IV - Sicherheit | 14.08.2009

Argumente zur Atomenergie V - Kosten | 14.08.2009
 
Dr. Axel Berg
Rechtsanwalt & Politologe
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