Startseite  |  Impressum  |  Kontakt  
Axel Berg
 Dr. Axel Berg
Rechtsanwalt & Politologe
Suchen:
 
Videos
MEHR VIDEOS
Energiepolitik - Energiepolitik im 21. Jahrhundert
Energiepolitik im 21. Jahrhundert: Durch verändertes Denken die Welt nachhaltig gestalten

Seit ich im Jahre 1998 in den Bundestag gewählt worden bin, hat mich als Wirtschaftspolitiker besonders die Energiepolitik beschäftigt. Schon damals war mir durch viele große Vorbilder klar geworden, dass wir nur durch eine radikale Veränderungen der Strukturen in der Energieversorgung in Deutschland, Europa und global, zu einer nachhaltigen und damit umweltverträglichen Energiepolitik kommen können.

In meiner Anfangsphase wurde mir sehr schnell klar, dass dies nur durch eine vollständige Umsteuerung in unserem Verständnis von Energie und deren Nutzung erreichbar ist.

Energie ist der erste Schritt jeder Wertschöpfung und insbesondere der Motor und das Schmieröl moderner Industriegesellschaften. Deshalb sind es letztendlich das Erdöl, das Erdgas und die verschiedenen Kohlearten, die bisher unsere Wirtschaftkreisläufe in Bewegung halten. Sie sind förmlich die Pulsschlagader des Wirtschaftens. Inzwischen haben wir festgestellt, dass gerade der Einsatz dieser fossilen Energieträger durch Verbrennung, große nachhaltige Schäden in unserer Umwelt hinterlässt, die wir nicht mehr rückgängig machen können. Es geht inzwischen anerkanntermaßen nur noch darum, die Schäden in ihren Auswirkungen in Grenzen zu halten. Das bedeutet, dass die Antriebsfeder der gesamten Menschheit nicht mehr wie bisher zur Verfügung steht. Das ist eine sehr ernüchternde Erkenntnis.

Auch wenn sich viele immer noch verweigern, die einzige Lösung dieser größten Menschheitsherausforderung ist eindeutig: der radikale Umbau unseres Energie- und letztendlich unseres gesamten Wirtschaftssystems. Wir brauchen eine nachhaltige Nutzung der endlichen Rohstoffe und eine Energieversorgung, die nicht auf fossilen- verschwenderischen Verbrauch angelegt ist.

Um dies zu leisten, ist es notwendig, von Anfang an anders zu denken. Wir haben von Kindesbeinen an gelernt, dass Energie immer zur Verfügung steht. Nur noch Vertreter der Kriegs- bzw. ersten Nachkriegsgeneration wissen, dass dies nicht selbstverständlich ist. Darüber hinaus wurde uns immer wieder beigebracht, dass eine sichere Energieversorgung in modernen Industriegesellschaften nur durch große und aufwendige Maschinen und Anlagen geleistet werden kann. Je größer das Kraftwerk, so haben wir gelernt, je zentraler die Anlage und je mächtiger die physikalisch gebändigte Kraft, desto höher die Wirkungsgrade und die Versorgungssicherheit. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es vielen Menschen schwer fällt, daran zu glauben, dass es auch anders geht.

Der Denkfehler liegt einen Gedankenschritt vorher: Denn wie wäre es, wenn wir Energieträger nutzen würden, bei denen der Wirkungsgrad unerheblich bzw. nicht so wichtig ist, da er uns unendlich zur Verfügung steht? Und wie würde die Schlussfolgerung enden, wenn wir die Energie nur da produzierten, wo sie gebraucht wird?

Die Institutionen und Unternehmen, die von einer großindustriellen Struktur profitieren, machen für deren Erhalt fast alles. Alles was erlaubt ist - und manchmal auch darüber hinaus!

Die Vorstellung, dass durch viele kleinere dezentrale und erneuerbar versorgte Anlagen eine sichere Versorgung auch gewährleistet werden kann, wäre kein Rückschritt in der Entwicklung der Menschheit. Es wäre ein Schritt in eine andere, eine bessere Richtung. Dies zeigt sich auch in deutlichen Zahlen: wir erleben auf dem Sektor der Erneuerbaren Energientechnologien eine neue industrielle Revolution! In Zukunft wird es nicht mehr darauf ankommen, dass die Energie verbraucherorientiert erzeugt wird. Die Verbraucher werden immer mehr dazu aufgefordert den Strom dann zu verbrauchen, wenn er da ist. Wenn der Wind kräftig weht oder die Sonne scheint, ist der Strom günstig. Dann muss er verbraucht werden. Für einen intelligenten Verbrauch von Strom brauchen wir aber intelligente Lösungen wie Speicher, intelligente Netze und regelbare Kraftwerke. D.h. im Energiemix der Zukunft ist kein Platz mehr für grundlastfähige Kraftwerke, die mit Kohle oder Atombrennstoffen betrieben werden und sich nur rentieren, wenn sie mit voller Leistung laufen.

Endlich nach vielen Jahren haben wir die Chance, Ökologie und Ökonomie mit einander zu verbinden. Der Schutz unserer Lebensgrundlage kann als Kapitalanlage genutzt werden. So wird eine Strategie „Weg vom Öl“ in Deutschland plötzlich für den Kapitalmarkt interessant. Das Wachstum der Branche, die diese Strategie bedient, ist schon soweit und nachhaltig fortgeschritten, dass der immer für unabwendbar gehaltene Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch nun gelöst ist. Das bedeutet, dass unsere Wirtschaft wachsen kann, ohne dass der Energieverbrauch automatisch mit steigt.

Im Strombereich haben wir eine moderne nachhaltige Entwicklung schon eindrucksvoll bewiesen. Deutschland ist zum weltweiten Vorreiter der Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien geworden – mit dem größten technologischen Profil, der produktivsten Anlagenindustrie und den höchsten und schnellsten Einführungsraten. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung ist 2009 bei 16% angelangt, bei jährlichen Steigerungsraten von 3%. Seit 2000 sind Anlagenkapazitäten von vielen zehntausenden Megawatt installiert worden.

Rund 300.000 neue Arbeitsplätze sind im Erneuerbare-Energien-Bereich zwischen 1998 und 2008 entstanden, mehr als in jedem anderen Wirtschaftszweig. Dies alles wurde trotz des Widerstands der vier mächtigen deutschen Stromkonzerne und trotz zahlreicher willkürlicher Verweigerungen von Standortgenehmigungen erreicht. Ohne solche Blockaden wäre der Beitrag der Erneuerbaren Energien zur Stromversorgung schon heute viel höher.

Der Umstieg von atomarer und fossiler Stromerzeugung zu Erneuerbaren Energien kann schneller gehen als viele denken: Der Bau von Großkraftwerken dauert mehrere Jahre, dezentrale Anlagen Erneuerbarer Energien sind in wenigen Tagen installiert.

Die Absichtserklärung der Staats- und Regierungschefs der EU vom 9. März 2007, den Anteil Erneuerbarer Energie bis 2020 auf 20% anzuheben, ist ein verspäteter und unvollkommener, aber vernünftiger und unausweichlicher Schritt. Nun kommt es darauf an, das Ziel in allen einzelnen Staaten konsequent und ohne nationalen Rabatt umzusetzen. Es ist ein Mindestziel, über das auch hinausgegangen werden sollte. Eine Anrechnung der Atomkraft, weil sie "emissionsfrei" sei, darf nicht stattfinden. Wenn man eine Ökobilanz oder Life-Cycle-Analysis macht und sich nicht nur die Betriebskosten eines Atomkraftwerkes anschaut, dann sind diese nicht nachhaltig und dürfen deshalb nicht als emissionsfrei bewertet werden. Die Produktion des Urans und auch der Transport erzeugen Emissionen. Der Betrieb ist gefährlich. Atomkraftwerke sind praktisch nicht versichert und zahlen keine Brennstoffsteuer. Den günstigen Betrieb zahlt somit der Steuerzahler, die Gewinne streichen sich die Unternehmen und deren Aktionäre ein.

Wenn man sich dann die Emissionen, bzw. den Müll anschaut, der produziert wird, dann kann man nicht mehr von emissionsfrei sprechen. Es wird Müll produziert, der Millionen Jahre lang strahlt, für den es kein Lager und keine vernünftigen langfristigen Lösungen gibt. Die Kosten für Transport und Lagerung werden wiederum vom Staat übernommen. Wenn man sich also die Bilanz von Kraftwerken anschaut, kann niemand ernsthaft Atomkraftwerke oder Kohlekraftwerke wollen. Einzig die Erneuerbaren Energien bieten eine sichere, nachhaltige und generationengerechte Energieversorgung an. Deshalb wird es nun Zeit zu handeln.

Wir haben die historische Chance zu einer Energieversorgung ohne weitere Klimaschäden. Ohne Atommüll und ohne die Gefahr atomarer Katastrophen. Ohne Gesundheitsschäden und ohne Zukunftsangst. Ohne Abhängigkeit von Energieimporten und ohne Erpressbarkeit durch Energieriesen. Ohne Verwicklung in internationale Konflikte um Zugang zu den Restressourcen an Öl, Erdgas, Kohle und Uran. Erneuerbare Energien sind als heimische Energie verfügbar. Jeder von uns würde davon profitieren:

  1. Jeder Verbraucher gewinnt, weil er weniger Heizkosten zahlt (dies ist Sozialpolitik, weil für arme Menschen steigende Heizkosten besonders schlimm sind).
  2. Die Handwerker und der Arbeitsmarkt gewinnen, weil es mehr Aufträge gibt. Die Wertschöpfung bleibt in Deutschland.
  3. Der Finanzmarkt oder seine Stabilität gewinnen, weil es Investitionen in Realwirtschaft sind.
  4. Die Umwelt und das Klima gewinnen, weil viel weniger Energie verbraucht wird und dadurch weniger Emissionen in die Luft abgesetzt werden.
  5. Der Staat gewinnt, denn für jeden neuen Arbeitsplatz erntet der Staat Lohnsteuern, statt Sozialabgaben zu zahlen.
  6. Der Frieden gewinnt, denn Öl und Gas liegen in geopolitisch umkämpften Ländern. Wenn man kein Öl oder Gas mehr braucht, gibt es weniger Kriege und die Terrorgefahr nimmt ab.
  7. Die Demokratie gewinnt, denn dezentrale Versorgung macht unabhängig von den Energieunternehmen und ihren Monopolen.
  8. Die Gerechtigkeit gewinnt, denn Erneuerbare Energien sind eine ethische Energiegewinnung. Jeder kann daran teilhaben. Sie sind gut für die Menschen in Nord und Süd, Ost und West und auch für unsere Kinder und Enkel.

Das ist mein Antrieb. Um dies zu erreichen sitze ich im Deutschen Bundestag und bringe meine Ideen und Kraft in die Diskussion ein. Gerne führe ich Ihnen meine Überlegungen noch ein wenig weiter aus. Dazu müssen Sie einfach nur hier klicken.

 
Dr. Axel Berg
Rechtsanwalt & Politologe
Startseite | Energiepolitik | Eurosolar | Beratung | Zur Person | Meine Inhalte | Video | Themen | Energiespar-Ratgeber | Axel Berg in Bildern | Energiepolitik im 21. Jahrhundert | Ideen zur Energiepolitik | Windenergie | Solarenergie | Biomasse | Wasserkraft | Geothermie | Lebenslauf | Ämter und Mitgliedschaften | Energiewerk - Stiftung | Konjunkturprogramm II | Auslandseinsätze der Bundeswehr | Grundeinkommen | Direkte Bürgerbeteiligung | Ampelkennzeichnung | Grüne Gentechnik | Import embryonaler Stammzellen | Hartz IV und SGB II | Europäische Union | Energieeffizienz | Bahnprivatisierung | Atomenergie | BKA-Gesetz | Links | Kontakt | CCS | Pressefotos | Energiewerk - Stiftung

Copyright © 2009 - 2010 Axel Berg | Webdesign & Programmierung: WedDesign | Admin |